Auf ins Frühmittelalter…Schildbau 3


Falls die eigene Burg mal angegriffen,Schild fertig ohne Leder
oder ein spontaner Schwertkampf ausgerufen wird,
ist es immer gut einen Schild zu haben,
also haben wir uns mal einen gebaut.
Die Form haben wir uns im Germanischen Frühmittelalter abgeschaut
(jedoch nicht ganz historisch nachgebaut…
der Schild aus OSB und die Kuppel aus’m Internet 🙂 ).
Die historische Korrektheit war einfach mal zweitrangig,
sollte ja erst mal nur als Wanddeko dienen.
Eingangs erwähnte Szenarien hoffen wir also umgehen zu können,
bis wir mal einen Stabileren (+leichteren) Schild oder Bunker haben 😉

So, Spass beiseite, jetzt wird mit toternster Miene ein Ritterschild gebaut.

 

Material für den Schild:

Sperrholz, Multiplex (für Schaukampf am sinnigsten)
oder Osb-Platten in der Gewünschten Schildgröße (Hier ca 500mm*700mm)

etwas Multiplex oder eine Holzlatte für den GriffSchild roh mit ausschnitt

Leinen, Leder oder Jutestoff zum beziehen

Schildbuckel

Leim

Farben/Lacke

Maskierfolie oder Pappe und Kreppband für Lackschablonen

Leder oder Rohhaut für die Randverstärkung

 

 

Die Herstellung des SchildesKanten schleifen

Zuerst wird natürlich mal die Grundform aufgezeichnet
und per Stichsäge ausgeschnitten.
Dabei habe ich leicht außen am Strich vorbeigeschnitten, um mich später
mit dem Bandschleifer an die Richtige Form heranzutasten.
In diesem Zuge wurde auch mittig das Griffloch
im Kuppeldurchmesser (ohne Rand!) angelegt.

 

 

Danach wird die Oberfläche noch etwas angeschliffen
und satt mit Leim eingestrichen, um den Leinenstoff aufzubringen.Leinen glatt
Den Stoff haben wir am Rand per Tackerklammern fixiert.
Das klappt entweder mit den üblichen Basteltackern oder komfortabel,
wie mit dem Bosch Elektrotacker, den ich auf „Selber machen!!“ schonmal testen durfte.

Nach der Trocknung werden die Stoffüberschüsse dann einfach mit Cutter oder Schere entfernt.
Die Klammern werden später noch mit einem Leder- oder Rohhautrand verdeckt.

 

Bis alles trocken zum Lackieren war, konnte ich mich dem Griffstück widmen,Griff aufgeschraubt Kopie
welches ich aus einem Stück Multiplex geschnitten habe.
Dieses wurde noch ordentlich geschliffen, vorgebohrt und mit Leinöl behandelt.

 

Lackiert wurde der trockene Schild dann auch eher auf die neuzeitliche Art,
mit Sprühlack und Kreppband.
Außerdem wurden mit Schablonen noch die zwei Verzierungen aufgesprüht.
(Die obere ist übrigens kein Pfeil, sondern die Ruhne Tiwaz. unten ein Wolfskopf)

Schild abgeklebtSchild ohne Buckel

 

Die „Nägel“ für den Buckel waren mir etwas zu glatt,Buckelnägel pimpen Kopie
darum wurden sie per Dremel etwas eingekerbt
und zusammen mit Leim in die vorgebohrten Löcher geschlagen.

Tipps für Deinen eigenen Schild (das habe ich gelernt):
Wenn du Dir selber einen Schild bauen willst,
und diesen vielleicht sogar für Schaukämpfe o.ä. benutzen willst,
eignet sich als Grundmaterial eher 9mm Pappel oder Birkensperrholz.
Dieses ist wesentlich leichter als die hier verwendetet Osb Platten
und hält auch mehr aus.
Außerdem kommt es wohl auch näher an die echten Schilde des Mittelalters.

Die Form dieses Schildes gab es so (oder ähnlich) zwar,
nachdem ich aber neulich ein Schwertkampfseminar besucht habe,
bin ich etwas schlauer und würde zur Kampfdarstellung wohl eher
eine runde und kleinere Form wählen um etwas beweglicher zu bleiben
und mir nicht die Sicht zu nehmen bzw.
ist der Schild über der Kuppel so hoch, dass er bei einem Schlag auf die obere Hälfte
wohl mit der Kante in die Zähne seines Trägers wandert (=nicht gut).
Um näher an der Historie zu bleiben
eignen sich beim Design natürliche Farben logischerweise auch weitaus besser als Sprühlack 😉

Da dieser Schild als Wanddeko für einen Freund gedacht war
und ich jetzt natürlich auch sowas bei mir haben will,
wird es wohl auch nicht mein letzter gewesen sein und ich kann in Teil 2
mal das Gelernte einfließen lassen…

 

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Viel Spaß beim nachDIYen ;-)


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3 Gedanken zu “Auf ins Frühmittelalter…Schildbau

  • Frank

    Hallo Daniel,
    toller Beitrag!
    Ich habe letztes Jahr für meine Kinder Wikingerschilde gebaut, die mein Schwiegervater nach Vorgaben meiner Kinder richtig toll bemalt hat (nicht historisch).
    Wir haben in diesem Fall 10 mm Pappel-Sperrholz genommen, weil sie sonst zu schwer geworden wären. Knfflig waren nur die Halterungen für Arm und Hand. Das haben wir aber nach einigem Herumprobieren gelöst.
    Nächsten Freitag schreibe ich in meinem Blog kurz darüber (www.kellerwerker.de).
    Herzliche Grüße
    Frank

    • Daniel Autor des Beitrags

      Hallo Frank, danke für’s Lob!

      Die Sache mit dem Gewicht haben wir vielleicht etwas spät bedacht :-), die nächsten Schilde, die dann vielleicht auch mal beim Schaukampf zum Einsatz kommen, werden wohl auch aus Pappel oder Birkensperrholz gefertigt. Was den Griff angeht, werde ich auch noch etwas herumprobieren, gepolsterte Handschuhe helfen da aber auch ganz gut beim schmerzlosen Festhalten. Freu mich schon auf Deinen Beitrag und bin gespannt auf die unhistorische Bemalung!;-)
      Grüße
      Daniel